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über den Autor:
André Striewski, Berufsimker und Metbrauer aus Jevenstedt, erlernte die Imkerei schon früh bei seiner Mutter Irma Striewski, Imkermeisterin. Fragen an den Autor richten Sie bitte nur über: projungimker@aol.com


Nur wenige glückliche Zeitgenossen können ihren Bienenvölkern eine durchgehende Tracht anbieten und so auf Wanderungen verzichten. Die anderen unter uns sollten getrost diese Option sorgsam abwägen, sind die Vorteile, sowohl für Imker und Bien, größer als die vermeintlichen Nachteile.

Grundsätzlich gilt für Wanderungen:

- Kümmern Sie sich rechtzeitig um ein Gesundheitszeugnis
- Organisieren Sie Ihre Wanderung gut, am besten über eine frühzeitige Bewerbung bei dem zuständigen Wanderwart
- Lässt sich kein Wanderwart für die von Ihnen bevorzugte Trachtgegend ausmachen, melden Sie sich beim ortsansässigen Imkervereinsvorsitzenden. Sicherlich nicht gesetzlich erforderlich, doch Teil der Imkeretikette. Im Normalfall wird der Verein keine Einwände haben und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
- Die Einholung einer Genehmigung bei dem Eigentümer des anzuwandernden Grundstücks ist genauso obligatorisch wie auch
- die rechtzeitige Anmeldung beim zuständigen Veterinäramt (am besten vorab telefonisch plus Zusendung der Seuchenfreiheitsbescheinigung)
- Anbringen einer Tafel / Schild am Bienenstand, woraus hervorgehen muss: Eigentümer der Bienenvölker (Telefonnummer!) und Menge der Bienenvölker.
- Weiter erforderlich für die Wanderung: Wandergitter oder hoher Wanderboden, Spanngurte, Verschlussmöglichkeiten für die Fluglöcher, z. B. Schaumstoff
- Sprühflaschen mit frischem Leitungswasser zum Abkühlen der Bienen auf der Wanderung

Je nach Entfernung wird nachts oder früh morgens gewandert. Über Tag kann eine Wanderung nicht empfohlen werden - je nach Außentemperatur können die Völker verbrausen.

Daher: Völker bei Dämmerung verschließen, Beuten gurten. Nach Möglichkeit ein Volk stehen lassen, damit später heimkehrende Flugbienen sich einbetteln können.

Die Anwanderung sollte zeitlich so geplant werden, dass die Blüte (z. B. Raps) schon 1 bis 2 Tage begonnen hat, bevor die Bienenvölker am neuen Platz abgestellt werden. Zu empfehlen ist eine Bienendressur mittels Einweichens der anzufliegenden Blüten
im Zuckersirup (Verhältnis Wasser und Zucker 1 zu 1). Diese Blüten werden direkt nach Abladen und Öffnen der Völker auf die Flugbretter gelegt und von den Sucherinnen sogleich gefunden.

Diese Methode ist ein Garant für die Ernte von Sortenhonig.

Da die Völker nur eine befristete Zeit (im Normalfall nur wenige Wochen) an ihrem neuen Heimatort verbleiben, dürfen ruhig einige Abstriche an den Stellplatz gemacht werden, allerdings ist auch hier Sorgfalt gefragt und mitentscheidend für Erfolg oder Misserfolg.
Hier ist zu beachten:

- Achten Sie darauf, dass keine Reiter- oder Wanderwege in der Nähe Ihres Stellplatzes sind (hier ist der Ärger dann vorprogrammiert)
- Bienenvölker sollten an einem warmen, sonnendurchfluteten Platz abgestellt werden
- Achten Sie auf Windschutz (am besten sind Hecken oder Sträucher) und Befahrbarkeit des Platzes mit einem PKW (oder sogar LKW?)
- Beim Abwandern unbedingt abmelden (beim zuständigen ortsansässigen Wanderwart oder Imkerverein und natürlich bei der hiesigen Veterinärbehörde).
- Bei Rückkehr Kontrolle der Völker durch Tierarzt vor Ort.

Tipp: Suchen Sie sich einen netten Menschen - vielleicht einen Spaziergänger oder Anwohner - der gelegentlich nach Ihren Bienen und den Verlauf der Blüte schaut. Bezahlung hierfür erfolgt bei uns in Form eines Honigpräsents.

Und: Wandern Sie nur mit starken Völkern, sonst haben alle Bemühungen keinen Sinn und es lautet dann leider: Außer Spesen ...

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Wandern
und Volle Honigtöpfe im aktuellen Jahr.

Ihr
Andre‚ Striewski