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über den Autor:
Mario Lein, 08538 Reuth
Tel. : 037435-97577
Mario Lein, 42 Jahre alt, imkert seit 25 Jahren.
Als gelernter Elektriker und Berufsimker betreut er
im Jahresdurchschnitt 140 Bienenvölker.

Eine gute Honigernte beginnt immer im August / September eines Vorjahres, nämlich mit der richtigen Vorbereitung der Wirtschaftsvölker für die kommende Saison, ausreichende Ablegerbildung
(meine "Rennpferde" im darauffolgenden Jahr), sorgfältige und nachhaltige Varroabehandlung und intelligente Auffütterung meiner Bienenvölker.

In unseren Breiten, wo besonders die Frühtracht und die Rapsblüte für mich interessant sind, müßen die Völker fast aufsatzreif eingewintert werden.

Bei der Honigernte entnehme ich nur Waben, die mindestens zu 2/3 verdeckelt sind. Nach einer "Spritzprobe" (Wabe wird waagerecht geschüttelt - es darf kein Honig heraustropfen) wird der zu erntende Honig mittels Refraktometer auf überhöhten Wassergehalt untersucht.

Ich ernte keinen Honig über 17 % Wassergehalt, wenn möglich, noch etwas darunter.

Der optimale Zeitpunkt ist nach einer Regenperiode oder nach Versiegen der Tracht.

Die Bienen werden mit Hilfe von Bienenfluchten in den Brutraum getrieben - dies klappt besonders gut im Frühling, da hier die Pheromonausschüttung der Königin stark ausgeprägt ist und die Bienen ständig anlockt.

36 Stunden nach Aufsetzen der Fluchten ernten wir die Honigräume ab; Aufsetzen findet zwischen 05.00 Uhr und 09.00 Uhr morgens statt, Ernte am darauffolgenden Tag abends.

An dieser Stelle erscheint es mir wichtig zu erwähnen, dass ich mit Absperrgittern arbeite, also Brut- vom Honigraum strikt trenne. Bei der Honigernte wird das Bienenvolk nie vergessen: Der Honig aus den Honigräumen wird geerntet, Honigwaben aus dem Brutraum (und seien sie noch so "schön") verbleiben den Bienen.

Durch gute Trachtbedingungen in unserer Region (Frühblüte, Raps, Brombeere, Himbeere, Wald) verzichten wir auf Wanderungen,
außer in die für mich nahe gelegene Heide.

Früher haben wir in unserem Wanderwagen geschleudert, doch durch Umstellung unserer Bienenbeuten von Hinterbehandlung auf Magazine hat der Wanderwagen seine Bedeutung verloren. Für die Heidehonigernte steht eine 4-Waben-Selbstwendeschleuder bereit, ansonsten verwende ich eine 12-Waben-Radialschleuder.

Der geschleuderte Honig läuft durch einen Kopfsieb, dann folgt ein Feinsieb und letzendlich ein Spitzsieb.

Das Honiggefäß ist direkt mit einem Schlauch verbunden, der wiederum mit der Abfüllanlage. Für meine Belange genügt hier völlig die NASSENHEIDER FILL UP, die sich sowohl für Abfüll- wie auch Pumpenarbeiten eignet. Abgefüllt wird direkt in 40 kg - Hobbocks, die auf einem Roller stehen und so nicht mehr großartig von mir gehoben werden müßen. (Stichwort rüchenschonendes Arbeiten).

Nach einer Ruhezeit von 2 bis 3 Tagen wird der Honig mit Hilfe eines Teigschabers (Schlesingers) abgeschäumt. Das Entdecklungswachs wird am selben Tag geschleudert unter Einsatz von Entdecklungstaschen, angepasst an unsere Schleuder.

Unsere Honige werden immer cremig gerührt - Ausnahmen sind Heide- und Waldhonig (verlieren ihre dunkle Farbe). Um die Kandierung planmäßig herbeizuführen, wird der Honig mit einem Verhältnis von 3 % bereits kandierten Honigs - meistens Raps - geimpft.

Stellen wir eine erste Kandierung am Rand (Hobbockrand) fest, wird der Honig alle 8 Stunden mit Intensität gerührt. Der erste Durchgang dauert ca. 30 Sekunden, dann immer 2 bis 3 Minuten. Hierbei darf die Rührspirale keine Luft ziehen, also Rührgerät ruhig halten und nicht nach oben bewegen.

Im Normalfall benötige ich insgesamt 3 Rührdurchgänge, doch gibt es hier nur eine Regel: Schimmert der Honig perlmut- oder elfenbeinartig, war die Rührprozedur erfolgreich. Zum Rühren benutze ich einen Doppelrührstab mit Kraftrührer.

Vorsicht: Der Honig darf nicht überrührt werden, weil er dann a) nicht mehr anzieht b) schnell verdirbt.

Sowohl Entdecklungstaschen wie Kraftrührer erwarb ich bei der Firma Weber. www.bienenweber.de

Nun wird der Honig sofort in Gläser abgefüllt und in einem Lagerraum bei konstant 14 Grad Celsius und geringer Raumfeuchte (ca. 50 %) verwahrt.

Tipps zur Erwärmung von Honig:

Wenn der Honig bereits in Gläsern abgefüllt wurde, benutzen Sie bitte einen Wärmeschrank, der sich besonders leicht selber bauen
läßt. Benötigt wird hierfür ein alter Kühlschrank und eine Heizmatte mit Raumtemperaturregler. Die Matte ist zu beziehen bei Firma Ruck. www.bienenruck.de

Ansonsten (wenn der Honig noch im Hobbock ist) verwenden Sie eine Heizspirale.

Mario Lein