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Wieso nur über Varroose

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Noch bis zum Ende des letzten Jahrtausends wurde angenommen, dass es sich bei "unserer" Varroa um die Gattung Varroa jacobsonii handelt; erst die Wissenschaftler Trueman und Anderson bewiesen, dass es sich bei dieser Annahme um einen Fehler gehandelt hat.

Varroa destructor (die Zerstörerische) - der neue Name war vergeben.

Eingeschleppt wurde sie in den 70er Jahren mit ihrem ursprünglichen Wirt, der asiatischen Honigbiene. Gutgemeinte wissenschaftliche Untersuchungen waren die Antriebsfeder für diesen deutschen Import.

Nur die Varroaweibchen parasitieren Brut und Bienen - ein Trost für uns Männer. Nicht immer ist unsere Geschlechtsgruppe
an allem Schuld ...

Die Varroa gehört zum Stamm der Gliederfüßer und wird klassifiziert als Spinnentier. Diese Erkenntnis ist ernüchternd, gelten doch Spinnengattungen auf äußerliche Einflüsse als sehr unempfindich. Ferner entwickeln sie schnell Resistenzen.

Weibliche Tiere unterscheiden sich deutlich von den männnlichen. Das Milbenweibchen ist rotbraun und queroval. Ihre Größe beträgt ca. 1 x 1,5 mm. Die Farbe deutet auf das Alter der Milbe hin; sind sie dunkel oder schwarz, handelt es sich um ältere Tiere.

Unsere Honigbienen

erkennen die eingeschleppte Varroamilbe nicht als Feind. Quelle: Wikimedia Foundation

Das Milbenmännchen ist hell gefärbt, rundlich und kleiner als das Weibchen (Duchmesser von ca. 0,8 mm).

Die Milbe besitzt vier Beinpaare, die ihr als Haftorgane dienen. Sie ermöglichen ihr eine optimale Verankerung mit dem Wirt, der Honigbiene. Ihr mit Borsten besetzter Körper gibt ihr die nötige Elastizität, um nicht in der verdeckelten Zelle zwischen Brut und Zellwand zerdrückt zu werden. Ihre Entwicklung findet ausschließlich in den Brutzellen der Honigbiene Apis mellifera L. statt.

Kurz vor der Brutverdeckelung dringt das geschlechtsreife Milbenweibchen in die Brutzelle ein. Bereits nach 2 Tagen, dies geschieht fast zeitgleich mit der Verpuppung der Bienenmade, legt die Milbe alle 24 Stunden ein Ei.

Nur aus dem ersten Ei entwickelt sich ein Männchen, aus allen folgenden Eiern entwickeln sich weibliche Tiere.

Noch in der verdeckelten Brutzelle befruchtet das kleinere Männchen die Milbenweibchen, die dann gemeinsam mit der Altmilbe beim Schlupf der parasitierten Honigbiene die Zelle verlassen.

Die Entwicklungszeit der Milbe ist noch nicht entgültig erforscht - wir gehen von 6 bis 9 Tagen bis zur vollständigen Entwicklung aus.

Wie ein Dosenöffner durchdringen die Mundwerkzeuge des Milbenweibchens die Haut der Biene. Nun beginnt die Milbe, Bienenblut (Haemolymphe) zu saugen.

Bis zu 2 Wochen "reifen" die begatteten Jungmilben; in dieser Zeit klammern sie sich auf ihrem Wirt, der erwachsenen Honigbiene, fest und saugen Haemolymphe. Nach dieser Zeit sind sie dann selbst bereit zur Eiablage und dringen in neue Brutzellen ein. Der Vermehrungszyklus wiederholt sich erneut.

Aufgrund einer für Milben zu kurzen Verdeckelungszeit können sie weder Wildbienen, Hummeln noch Wespen parasitieren. Gleiches gilt auch für die Bienenkönigin, deren Verdeckelungsdauer 8 Tage umfasst.

Besonders interessant für sie ist die Drohnenbrut, die durch ihre lange Verdeckelungsdauer (14 Tage) optimale Bedingungen für die Milbenpopulation bietet. Durchschnittlich beträgt die Vermehrungsrate der Varroa bei Drohnenbrut 3 weibliche Milben (bei Arbeiterinnenbrut ist die Rate nur halb so hoch).

Die Lebenserwartung einer Milbe beträgt im Sommer ca. 2,5 Monate, im Winter bis zu 8 Monate; sie kann auch ohne Kontakt zur Biene bis zu einer Woche überleben.

Verbreitung der Varroose

Die klassische Verbreitung der Varroose geschieht durch Reinvasion; Bienenstände, die bereits stark durch die Varroa geschädigt sind, werden oft durch sich im Flugradius befindliche, stärkere, gesunde (oder auch gesündere) Bienenvölker ausgeräubert. Gemeinsam mit dem erbeuteten Honig haben die Räuberbienen nicht selten die Varroamilbe mit in ihrem Gepäck.

So werden ganze sanierte Stände innerhalb weniger Tage wieder verseucht.

Natürlich spielen auch Faktoren wie Milbeneintrag durch Verflug der Bienen, Schwärme, Wanderung, Bienenhandel,Völkervereinigung oder Brutwabentausch den gleichen o. g. unerwünschten Effekt.