Es gibt sicherlich viele Gründe dafür, ein Hobby zu ergreifen.
In der Imkerei ist es nicht anders:
Manche sind Imker geworden, um die Baugenehmigung für eine Bienenhütte zu erhalten. Die Bienenhaltung war für diese Schicht der Imkerei eher sekundär. Hier halten wir es für sehr erfreulich, dass der Gesetzgeber diesem Trend einen Riegel vorgeschoben hat; besagte Baugenehmgungen gibt es nur noch in Ausnahmefällen und auch nur dann, wenn eindeutig ein Gewinn aus dem Imkereibetrieb angestrebt und auch nachgewiesen werden kann.
Andere wurden Imker, um mit diesem Nebenverdienst ihre Haushaltskasse aufbessern zu können. Als innerer Antrieb zur Imkerei ist dies sicherlich akzeptabel, sind diese Imker wenigstens besorgt um ihre Immen, leiten sie doch eine Kausalität zwischen Bienen und Kapital herbei. Nicht selten entwickelt sich hier dann auch noch eine verspätete Liebe zur Tätigkeit und zum eigentlichen Individuum
Biene, wie bei einer Zweckheirat in den 50er Jahren, wo ohne Trauschein kaum eine Mietwohnung zu bekommen war.
Wieder andere begannen aus Liebe zur Natur und Interesse zu den Bienen mit diesem Hobby. Bei manchen ist sogar ein Beruf daraus geworden, oder zumindestens eine Nebenerwerbsimkerei. Sie interessieren sich für Zucht, neue Betriebsweisen, Methoden der Varroabekämpfung und nehmen regelmäßig an Schulungen teil, um sich weiter zu bilden. Manche besuchen sogar Kongresse wie die Apimondia und andere interessante, ausländische Veranstaltungen.
Diesen Kollegen, die für uns die wahren Imker sind, ist diese Internetseite gewidmet.
Oft denken wir an unseren Bekannten Andrej, der mir in diesem Jahr beiläufig erzählt hat, dass er im Winter 4 Völker an der Varroose verloren hat. Vier Völker, naja ...
Aber durch die Zusatzinformation, dass unser Kollege nur insgesamt 10 Bienenvölker bewirtschaftet, büßte er reel 40 % seines Bienenbestandes ein - nach unseren Wertvorstellungen eine katastrophale Auswinterungsquote!
Zu keinem Zeitpunkt verspürten wir den Eindruck, dass er diesen Zustand bedauere - er hat schließlich wieder auf 10 Völker aufgestockt - Ableger waren schnell gebildet. Alles kein Problem...
Andere Imker rechnen gar nicht damit, dass sie alle Völker über den Winter bringen und sind - wenn es dann doch einmal geklappt hat - völlig überrascht ob der guten Überwinterungsergebnisse.
Hier werden dann oftmals diese "überschüssigen" Völker versilbert - eben im Frühjahr verkauft.
Gehen dann doch einmal mehr Völker ein - quasi wie schon vom Imker selbst erwartet - werden Völker hinzugekauft.
Diese Imker zählen wir zu der Gruppe, die Bienen hält aber selbst mit der Imkerei im engeren Sinne nichts gemein hat.
Eine Renaissance der Imker, die früher (noch vor der Einschleppung der Varroamilbe) klassisch auf dem Lande lebend neben einer Kuh und zwei Schweinen noch einige Strohkörbe mit Bienen gehalten haben. Nicht immer aus Liebe, sondern aus wirtschaftlichen Zwängen und ohne viel über die eigentliche Einheit Bien Bescheid zu wissen...
Da hier klassische Schwarmimkerei betrieben wurde und nicht immer Völker aufgrund fehlender Nachfrage verkauft werden konnten, wurden diese dann abgeschwefelt.
Solchen "Imkerkollegen" verkaufen wir keine Bienenvölker mehr und sagen dies auch ganz deutlich: So wie bekannte Züchter versuchen, eine varroaresistente Biene zu selektieren, so ist in diesem Fall unser Bemühen, eine Imkerselektion vorzunehmen.
Sicherlich ist dies ein Kampf gegen Windmühlen, doch kein Grund, die Hände in den Schoss zu legen: Jeder kann einmal Pech haben mit seinen Bienen, doch wenn ein Mensch fast jährlich neue Völker hinzukaufen muss, wollen wenigstens w i r hier durch den Verkauf von Bienenvölkern keine Hilfestellung leisten; wir empfänden dann unser eigenes Tun als verantwortungslos.
Wir kennen das Gefühl, Bienenvölker einzubüßen. Passiert dies, empfinden wir tiefe Trauer, fühlen uns schlecht, suchen nach Fehlern, versuchen aus der Vergangenheit zu lernen.
Erinnern wir uns der Bedeutung der Biene: Sie ist das drittwichtigste Nutztier der Welt (nach Rind und Schwein), in Vergangenheit von vielen Dichtern beschrieben, faszinierte sie schon sehr früh Schriftsteller, Wissenschaftler, ja sogar Monarchen wie Napoleon, mit ihrer Einzigartigkeit.
Bienen galten als heilige Geschöpfe, die wie wir Menschen sterben und nicht - wie andere Tiere - "eingehen".
Besinnen wir uns wieder dieser Werte, sollten Sie uns vielleicht einmal verloren gegangen sein. Lassen wir uns wieder faszinieren von den Bienen, seien wir glücklich, wenn es ihnen gut geht und lassen nichts unversucht, diesen Zustand zu erreichen.
| Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene; sie fliegt von Blüte zu Blüte wie die Seele von Stern zu Stern und sie bringt den Honig heim, wie die Seele das Licht. (Victor Hugo) |
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