J. Svamerdam (1637-1680) geb. in den Niederlanden. Nachdem er seine Studien in Amsterdam beendet hat, begann er sich für
Bienen zu interessieren. Er gilt als Erfinder des Mikroskopes, womit er "tiefer" in die organische Welt vordringen konnte. Bekannt
wurde er als erster Bienenanatom und führte schon damals eine verhältnismäßig große Schwarmimkerei.
A. Janscha (1734-1773) geb. in der Slovakei. Er gilt als der erste Lehrer für Bienenkunde, offiziell von Maria Theresia 1769 dazu ernannt. Sie eröffnete zeitgleich auf ihrem Schloss eine Bienenschule. Janscha war bereits zu dieser Zeit mit den ersten Versuchen der Wanderimkerei beschäftigt. Nach seinem plötzlichen Tod wurde die Schule geschlossen.
F. Huber (1750-1831) geb. in der Schweiz. Der blinde Wissenschaftler bewies, dass die Geruchsorgane der Bienen sich in ihren Antennen befinden. Er schrieb ebenso als erster seine Hinweise auf die Mehrfachpaarung in der Königinnenzucht nieder.
P. Prokopovic (1775-1850) geb. in der Ukraine. Nach langer praktischer Arbeit gründete Prokopovic 1827 eine Schule für Imker / die Kurse dauerten zwei Jahre. Er gilt als der Erfinder des Absperrgitters.
A. Berlepsch (1815-1877) geb. in Deutschland. Studierte Philosophie, Theologie, Recht. Berlepsch gilt als der Erfinder des Rähmchens; ferner wurde er bekannt als der härteste Opponent Johann Dzierzons.
J. Mering (1816-1878) geb. in Deutschland. Erfand 1857 eine Gießform zur Herstellung von Mittelwänden. Für diese Erfindung wurde ihm das Recht ausgesprochen, das Fach Imkerei zu unterrichten.
F. de Hruschka (1813-1888) geb. in Italien, lebte lange in Österreich. Unterhielt eine Großimkerei mit bis zu 300 Bienenvölkern. Gilt als der Erfinder der Honigschleuder.
L. Langstroth (1810-1895) geb. in den USA. Mathematiker, begann erst 1851 mit der Imkerei. Führte die Italienerbiene in die USA ein. Erfand einen Bienenstock mit beweglichen Rähmchen (44,8 cm x 23,2 cm) und schuf den Beginn der Magazinimkerei. Wird der Amerikanische Bienenvater genannt.
Ch. Dadant (1817-1902) geb. in Frankreich, lebte in den USA. Gründete eine Imkereiausrüsterfirma in den Vereinigten Staaten und entwickelte den Bienstock von Langstroth weiter. Er errechnete, dass eine Königin, die täglich bis zu 3.000 Eier legen kann, eine statistische Größe von 1.600 Zellen benötigt und kam somit auf die Rähmchengröße von 47,0 cm x 28,6 cm). Eine Weiterentwicklung erfuhr das System durch den Schweizer Bertran, der die Größe auf 43,5 cm x 30,0 cm festlegte. Diese Größe kennen wir unter der Bezeichnung Dadant Blatt.
J. Dzierzon (1811-1906) geb. in Polen. Er entdeckte die eingeschlechtliche Fortpflanzung, die Parthenogenese, erhielt in München den Ehrendoktortitel. Durch sein gelebtes Motto: "Nur die Wahrheit, immer und überall", ist er auch heute noch für viele Wissenschaftler ein Beispiel.
A. Gubin (1898-1956) geb. in Russland. Verfasste über 200 Berichte und Bücher über das Leben der Bienen. Er war bereits Dekan der ZUA in Russland, als er die Methode der Bienendressur entwickelte. Sein Vater war selbst Professor und Imker und sein Sohn Vadim der Vizepresident der damaligen Apimondia. Diese Familie bildet eine lange, erfolgreiche Dynastie von Bienenwissenschaftlern.
J. Krisciunas (1888-1973) geb. in Litauen. Agronom und Imker, der später als Professor die LZUA als Dekan leitete. In seinem Leben verfasste er über 1.000 Berichte und Bücher, davon mehr als 300 über die Imkerei. Führte über 30 Magister hin zu Doktoren.
V. Alpatov (1898-1979) geb. in Russland. Bekannter Biologe, der die Methode der Bonitierung entwickelte und lehrte. Führ seine
Entdeckung, dass die Kaukasische Biene in der Lage ist, Rotkleenektar zu sammeln, wurde er 1965 bei der Apimondia zum Ehren-
mitglied ernannt.
G. Sklenar (1871-1953) geb. in Österreich (Carpano, heutiges Kroatien). Erhielt 36 Bienenvölker von seinem Schwiegervater, aus denen sich in dreijähriger Selektionsarbeit eine überdurchschnittliche Stockmutter herauskristallisierte. Diese wurde in eine eigens für sie neu erbaute Bienenbeute mit der Nummer 47 eingeweiselt.
Die Sklenarbiene Stamm 47 war geboren.
1922 gab Sklenar die Bienenzeitschrift "Mein Bienenmütterchen" heraus, eröffnete die Belegstelle Hirschgrund.
Die züchterische Anerkennung erhielt Sklenar in den Jahren 1950 bis 1953 (Leistungsprüfung in Westfalen-Lippe mit Völkern von sechs verschiedenen Herkünften: Sklenar, Peschetz, Troiseck, Nigra/Kleinwegen, Italienerbiene, Landrasse). Verfechter der nicht ganz unumstrittenen Linienzucht.
Enoch Zander (1873-1957) geb. in Deutschland. Langjähriger Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Bienenkunde. Professor, Bienenkundler, Imker und Autor zahlreicher Imkereifachbücher.
Entdeckte 1909 den Nosema-Erreger; entwickelte die Zanderbeute mit dem Rahmenmaß 420 mm x 220 mm.
Karl (Ritter) von Frisch (1886-1982) geb. in Österreich. Anfangs war er als Assistent im Zoologischen Institut Münchens dafür zuständig, Fische auf ihre Lichtempfindlichkeit zu untersuchen. Erst später fing er an, sich für Bienen zu interessieren und stellte hierbei heraus, dass diese Farben unterscheiden können. Für seinen erbrachten Beweis, dass die Bienen "sprechen" können (Schwänzeltanz), erhielt er 1973 den Nobelpreis.
Bruder Adam (1898-1996) geb. in Deutschland. Als junger Mann kam Karl Kehrle 1907 ins Benediktinerkloster Buckfast in Devon und hatte gleich zu Beginn seiner Imkerlaufbahn "Pech". 90 % seiner Völker gingen an der Tracheenmilbe ein. Angeregt durch die Lehren von Professor Armbruster unternahm er erste Kreuzungsversuche zwischen der einstigen einheimischen Mellifica Großbritanniens und der Ligustica. Bereiste von 1950 bis 1964 ganz Europa und Nordafrika auf der Suche nach neuen interessanten Bienenstämmen (Buch: Auf der Suche) und erhielt unter anderem 1974 das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.
"Ich kenne keinen besseren Imker auf dieser Welt", soll einmal Professor Armbruster über Adam gesagt haben.
Gregor Mendel (1822 -1884) geb. in Deutschland.
Der Augustinermönch und Priester begründet durch Versuche mit Erbsen die moderne Vererbungslehre. Seit 1869 Imker, versuchte er, seine Erkenntnisse auch auf die Biologie der Honigbiene zu übertragen, was ihm aber wegen der Mehrfachpaarung bei Bienen nur teilweise gelang.
Ludwig Armbruster (1886-1973) geb. in Deutschland. Einer der jüngsten Professoren der damaligen Zeit, promovierte zum Dr. phil. natur. Leiter des 1923 gegründeten Institutes für Bienenkunde in Berlin-Dahlem; dieses Amt mußte er durch die Wirren der nazionalsozialistischen Zeit aufgeben. Bruder ADAMS Zuchtarbeit basiert nach eigenen Aussagen auf den Lehren Professor Armbrusters. Armbrusters Buch Bienenzüchtungskunde gilt als Meilenstein in der Züchtung der Honigbiene, er selbst als herausragende Person der Bienenforschung.
Bezugsquelle o. g. Buch: http://www.adiz-online.de/sro.php?redid=51692
Ertl&Ertl GmbH, Mollardgasse 85 A, A-1060 Wien , konventionell per Post zu bestellen (ca. 45,00 EUR).
Kostenlose Infos über die Lehren Prof. Armbrusters:
http://perso.fundp.ac.be/~jvandyck/homage/books/armbr/LA1952/prefade.html
Inhalt Link erstellt von Herrn Jean Marie Van Dyck (Merci!)
Eva Crane (1912-2007) geb. in Großbritannien. Wissenschaftlerin und Autorin, die rund 180 apistische Aufsätze und Bücher publizierte. 1942 Gründungsmitglied der IBRA (International Bee Research Association) und ihre Direktorin (bis 1962). Herausgeberin der Fachzeitschrift Journal of Apicultural Research.
Es klingt wie ein vorweggenommener Nachruf, doch soll es so nicht sein: Herr Becker erfreut sich bester Gesundheit. Aber seine Leistungen wollen wir an der Stelle nennen, wo sie auch hingehört.
Bruno Becker, geb. 1928 in Deutschland, Elektromeister, kam als 40-Jähriger zur Hobbyimkerei. Er erfand den "Nassenheider Verdunster" und dessen Weiterentwicklung "Nassenheider horizontal" zur Bekämpfung der Varroamilbe. Beide Geräte zeichnen sich durch konsequente Umsetzung der physikalischen Gesetze beim Einsatz der ökologisch vorteilhaften Ameisensäure aus und haben damit wesentlich zu ihrer breiten und erfolgreichen Anwendung beigetragen.