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über Helden und Lügner

Berufsimker vs. Hobbyimker

Umfrage: Ethik in der Imkerei

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Berufsimker sind Egoisten, die mit intensiver Wanderung die Imker und Bienen am Ort unterdrücken; sie nehmen den Honig weg und schleppen Bienenseuchen ein. Um Wandergenehmigungen kümmern sie sich nicht.

Hobbyimker können nicht imkern. Sie verseuchen die Umgebung mit Varroa, beteiligen sich nicht an der Zucht und verhindern so eine qualitativ hochwertige Begattung am Stand. Hobbyimker sind neidische Zeitgenossen, die Berufsimkern ihren Erfolg missgönnen.

So oder so ähnlich werden Vorurteile auf beiden Seiten formuliert und lassen wenig Raum für ein friedliches Nebeneinander.

Berufsimker können Hobbyimker nur selten verstehen, doch leben die meisten von ihnen, kaufen diese doch nicht selten ihre Königinnen und diverses Imkereiinventar beim Berufsimker.

Hobbyimker bringen Berufsimkern ein ähnliches Maß an Unverstand entgegen, sind aber im gleichen Umfang auf sie angewiesen.

Imkerkollege Manfred Sperling

mit Ehefrau in seiner vorbildlich geführten Hobbyimkerei.

Sicherlich beginnt das Misstrauen bei der gegensätzlichen Betriebsweise. Schaut man sich einmal bei einem Hobbyimker um, wird schnell klar, dass hier Attribute wie Ordnung, Disziplin, Schönheit und Fürsorge im Vordergrund stehen.

Berufsimkerei

mit Außenständen im Rheinland.

Der Berufsimker, der den gesamten Sommer - mit den Augen eines Aussenstehenden betrachtet - mehr auf der Flucht als bei seinen Bienen ist, kann hier nicht mithalten. Ein erster Blick auf seine Beuten reicht da meist schon aus, um zu sehen, wo das Problem liegt.

So kommt es nicht selten vor, dass solche Wanderbienenstände bei Hobbyimkern Misstrauen und Argwohn auslösen. Fragen über die Legalität der Anwanderung, über Hygiene und Optik sind schnell gestellt. In der Vergangenheit häuften sich auch die Fälle, in denen vorsichtshalber ... die Veterinärbehörden verständigt wurden.

Die wenigen Berufsimker, die tatsächlich unangemeldet "fremd" eingewandert sind, brauchten sich über staatliche Sanktionen nicht zu beschweren. Zurück blieb aber der größere Teil unschuldig verdächtigter Kollegen.

Natürlich gibt es Berufsimker, die rücksichtlos Bienen halten ("Deckelknallen" ist da ein Hobby) und sich nicht um ihr Umfeld und ihr eigenes Renommee kümmern.

Zahlenmäßig dürften sie den Hobbyimkern, die ihre Bienenvölker ohne ersichtlichen Grund vernachlässigen, kaum überlegen sein.

Berufsimker leben von ihren Bienen und natürlich auch von ihrem Ruf, den die Gemeinschaft ihnen entgegen bringt. Wer kauft schon bei einem Unsympath?

Dass sie nicht in gleichem Umfang ihre Bienenstände in Ordnung halten wie ein Hobby- und Wochenendimker es kann, liegt auf der Hand - dies bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass der Berufsimker seine Völker nicht gut pflegt.

Die meisten Berufsimker sehen sich im Deutschen Imkerbund e. V. (D.I.B.) nicht gut aufgehoben und durch ihn nur unzureichend vertreten.

Dieser Eindruck sollte tatsächlich überprüft und gegebenenfalls Korrekturen im Verbandsapparat des D.I.B. vorgenommen werden, ist die Zahl der Berufsimker, die dem Deutschen Imkerbund e. V. den Rücken gekehrt haben, besoders hoch.

Viele Berufsimker haben ihr "eigenes" Honigglas und gehören nicht dem Imkerbund an. Sie suchen sich andere Organisationen und Verbände als Schutzbehausung.

Indikatoren für Unzufriedenheit, die nicht leichtfertig übersehen werden dürfen.

Da sich die Organe des o. g. Verbandes meist aus Naturinteressierten und Hobbyimkern rekrutieren, sind viele Entscheidungen tatsächlich nur schwer nachvollziehbar. Hier ist ein Einklang von Realität und Anspruch dringend herbeizuführen, bemüht sich doch der DIB stets darum, im Außenverhältnis einen professionellen Eindruck zu hinterlassen.

Den Berufsimkern ist es vorzuwerfen, dass sie nicht aktiv genug sind, um eine Änderung der Situation herbeizuführen. Eingegraben in ihre Arbeit besteht wenig Interesse am Vereinsleben und an der Mitarbeit in Verbänden und Umweltorganisationen.

Nur wer mitmacht, hat das Recht, sich über unpopuläre oder unethische Entscheidungen zu beklagen.

Ein Berufsimker als DIB - Präsident, wäre das nicht ein Anfang?

Aufgrund der bestehenden Problematik in der Bienenzucht, den aktuellen manigfaltigen Sorgen und Ängsten um unsere Bienen, ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von Hobby- und Berufsimkern dringend anzustreben.