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Jürgen Brauße, Besamungsaktion in 2007 in Havixbeck |
Besamungsstation arbeitet wie Belegstelle
32 Jahre Erfahrung in der künstlichen Besamung der Bienenköniginnen machen es möglich, noch rationeller, wie Belegstellen, für den einzelnen Züchter zu arbeiten.
Die Anfangsjahre waren mit hohen Verlusten gekennzeichnet. Durch die Unterstützung von Frau Dr. Seifert gelang es aber, bald eine gute Qualität zu erreichen. Die Idee, erst Sperma in großen Portionen (20 bis 30 Königinnen) aufzunehmen und dann zu besamen, wurde von mir recht früh entwickelt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und dem Glücksfall, dass Herr Winkler aus Hohen-Neuendorf
sich der Thematik annahm, wurde durch ihn die Idee verwirklicht.
Er entwickelte eine Kolbenspritze, die es ermöglichte, bis zu 30 Portionen Sperma und mehr aufzunehmen. Ferner wurde sie so konstruiert, dass die Aufnahmekapillaren in Kontainern gelagert werden konnten. Es war also der Weg zum Spermatransport frei.
26 Imker im Rahmen einer Züchtergruppe mit rund 2.500 Völkern unterstützten mich, die Entwicklung der Besamung und der Spermatechnologie voranzubringen.
1990 war ich in der Lage, Sperma in großen Mengen zu transportieren und zu kühlen. Es war möglich, durch Versuche, die vom Institut in Dol (Leiter Dr. Vesely) 1988 -1989 dankenderweise unterstützt wurden, mit erwärmten CO2, die Zeitdauer und den Abstand der Begasung zwischen erster und zweiter Besamung zu verringern.
Erst in den letzten Jahren ist die Besamung - bei mir - wieder in den Vordergrund gerückt, so dass diese damaligen Erkenntnisse
und Technologien uns zum Vorteil gereicht sind. Die Idee, eine Besamungsstation ähnlich einer Belegstelle aufzubauen, ist nun Wirklichkeit geworden.
Die Vorteile einer solchen Station gegenüber einer Belegstelle sind:
1. Es kann von verschiedenen Drohnenlinien Sperma zur gleichen Zeit angeboten werden.
2. Die Begattungseinheiten werden angeliefert, die Königinnen werden begast, besamt und der Züchter nimmt sie gleich wieder
mit nach Hause.
3. Es kommt zu keiner Aufstellung der Begattungseinheiten, also zu keinem Bienenflug - dies minimiert die Ansteckungsgefahr.
Um Punkt 3 zu erfüllen, sind folgende Voraussetzungen vom Anlieferer (Züchter) zu erfüllen:
- Die Königin muß 10 Tage alt und gekäfigt sein
- Sie muß von den Bienen optimal gepflegt werden
- Beim Herausnehmen und Zurücksetzen dürfen keine Bienen abfliegen können.
Beispielmethode:
Apideakasten mit oben aufliegender Gase, verklebtem Loch für die Königinnenrückgabe und auflliegendem Zusetzkäfig (ILTIS)
mit darin befindlicher unbegatteter Königin vorbereiten. Der ILTIS-Käfig paßt genau in die Aussparung des Apidea-Deckels.
Am Besamungsstandort wird dann genau so verfahren wie nachfolgend beim KSB Käfig beschrieben. Diese Methode kann auf andere Begattungseinheiten abgewandelt werden - wichtig ist nur, dass keine Bienen am Besamungsstandort zum Fliegen kommen.
Ein KSB-Käfig (Kombinierter Schlupf- und Besamungskäfig) kann vom Imker genutzt werden, die Königinnen aus größeren
Einheiten besamen lassen wollen. Es handelt sich hierbei um einen Zwei-Kammer-Käfig. Die Kammern sind in der Mitte durch eine Gase getrennt. In der ersten Kammer wird etwas Futterteig gegeben und es kommen hier 40-50 junge Bienen von der Einheit, aus der die Königin besamt werden soll.
In die zweiten Kammer wird jetzt die Königin, die besamt werden soll, hinzugesetzt. Am Besamungsstandort wird die Weisel das erste Mal fünf Minuten begast. Nach dem sie wieder aufgewacht ist, wird sie besamt und dadurch erneut (das zweite Mal) begast.
Nun wird sie sofort unter Narkose in die 1. Kammer zu den Bienen zurückgegeben.
Der Imker fährt dann nach Hause und setzt die besamte Königin sofort in ihre Einheit zurück.
Um eine optimale Pflege und eine optimale Spermaeinwanderung zu erreichen, sollte die Königin nicht länger als 5 Stunden von der
Einheit fernebleiben - dies setzt eine gute terminliche Absprache zwischen Imker und Besamer voraus.
Das Sperma muß vorher aufgezogen werden.
Die Zuchtsaison ist für jeden Imker Hochsaison mit wenig überschüssiger Zeit. Dies mag der Hauptgrund dafür gewesen sein, dass Imker, die weit von unserer Besamungsstation entfernt wohnen, in 2005 erstmalig eine Beschickung per Nacht Express ausprobiert haben. Dieser Dienst arbeitet bundesweit und sorgt für einen Hin- und Rücktransport der zu begattenden Bienenkönigin innerhalb von 36 Stunden.
Auch hierbei ist eine sorgfältige Absprache zwischen Anlieferer und Besamer unabdingbar.
JÜRGEN BRAUßE
DORFSTRAßE 2
14959 BLANKENSEE
TEL. / FAX. : 03 37 31 / 8 00 26
email: Imkereibrausse@aol.com
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