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Wissenswertes und Lehrreiches

Informationen rund um die Bienenzucht und Imkerei

Hagen/Breckerfeld. (NO, 27.08.08) „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ - Dieses Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben. Tatsache ist: Viele Nahrungspflanzen des Menschen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Um so bedrohlicher ist das massenweise Sterben von Bienenvölkern.
Neben Krankheiten werden die nützlichen Insekten von der fortschreitenden Verknappung des Nahrungsangebots bedroht. Ein Problem, mit dem sich auch das Hagener Imkerehepaar Jovita und Ramunas Lange auseinandersetzen musste. Jetzt verlässt das Paar die heimische Region. [lesen Sie mehr...]

Montag, 10. Januar 2011
Was ist Kombinationszucht?

Die KOMBINATIONSZUCHT festigt und verbessert die Erbmasse der erzielten Kreuzungsprodukte, damit eine neue erbbeständige Rasse wie z.B. die
Buckfast - Biene entstehen kann (Br. Adam, Köln, 1977).

Somit besteht die aus einer Kombinationszucht entstandene Rasse aus einer Reihe von Linien, die ständig miteinander gepaart werden müssen, um die Rasse in ihrer Qualität erhalten zu können.
Die Annahme, dies wäre nur bei der Buckfastrasse nötig (und bei anderen Rassen wie Carnica nicht – hier würde Linienzucht ausreichen), führte zu einem bemerkenswert ausgeprägten Leistungsabfall bis hin zu schweren Inzucht-
depressionen in der zurückliegenden Bienenzuchtgeschichte.

Es ist dringend notwendig, eine Anzahl von verschiedenen Linien zur Verfügung zu haben, da man ansonsten die Rasse durch fehlende Vitalität (Inzucht) bei den Geschlechtsallelen zerstört.

Pflege und Kreuzung der Linien reicht hier leider nicht aus – es ist eine ständige Selektion (Auswahl der Besten – Verwerfung der Schlechten) notwendig.
Da viele Gene der Selektion zum Opfer fallen, verarmt die gesamte Erbmasse der Rasse und ist daher auf Blutauffrischung angewiesen, am sinnvollsten durchführbar durch die Einkreuzung neuer Linien oder sogar anderer Rassen.

Rassenkreuzungen können auch genutzt werden, um den Heterosiseffekt zu fördern, der allerdings in den nachfolgenden Generationen deutlich geringer wird.

Montag, 10. Januar 2011
Leise rieselt der Schnee

Da sage noch einer, in Westfalen kenne man den Winter nicht.

Im Dezember 2010 waren unsere Völker derart eingeschneit, dass wir sie teilweises suchen mussten (also tatsächlich mit umgekehrten Besenstiel die Schneedecke abgeklopft haben, um die Beuten finden zu können).
Hier zeigte sich wieder einmal die Robustheit der Honigbienen - es hatte ihnen nichts ausgemacht, derart von Schnee eingedeckt worden zu sein.

Ruhig und friedlich befanden sie sich in der Wintertraube - und wir? Wir hatten eine Sorge weniger ...

Sonntag, 12. April 2009
Sommer

Wann

Sonntag, 12. April 2009
Die Saison ist eröffnet

Die Bienen fliegen, wir sind glücklich ...

Mittwoch, 15. Oktober 2008
Behandlung mit dem Nassenheider Verdunster von Bruno Becker

Varroa-Bekämpfungskonzept mit Hilfe von Ameisensäure und Empfehlungen zur Betriebsweise

Nach 38-jähriger Erfahrung in der Imkerei und ohne in den letzten 15 Jahren je ein Bienenvolk durch Varroamilben verloren zu haben, möchte ich hiermit mein Arbeitsprogramm vorstellen und es Imkern empfehlen, die über höhere Völkerverluste durch Varroamilben oder für sie unklare Ursachen klagen und aus diesem Teufelskreis heraus möchten.

Entgegen allgemeinen Empfehlungen, dass bei weniger als 1 Milbe pro Tag im Spätherbst keine weiteren Maßnahmen erforderlich seien, orientiere ich auf weniger als 0,1 pro Tag und erreiche es auch sicher. Allein mit Ameisensäure komme ich problemlos über die Runden und kann dadurch 8 Monate im Jahr praktisch so imkern, als ob es die Parasiten gar nicht gäbe.
Wer das nicht schafft, möge sich überlegen, woran das wohl liegen könnte. Ameisensäure verdunstet bei 30°C etwa 15x so schnell wie bei 10°C. Hinzu kommt noch der hohe Einfluss der Luftfeuchtigkeit.
Das kann man nur in den Griff bekommen, wenn ein Gerät mit fester oder nur geringfügig variabler Verdunstungsfläche in der Nähe der Brutwaben steht, weil die Bienen dort immer für gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgen. Allerdings klappt das nur etwa bis Ende September.

Weiter entfernt davon, z.B. darüber oder am Fenster, brauchen wir ähnlich wie beim Tropf am Krankenbett eine von der Witterung unabhängige Dosierung mit einer Verdunstungsfläche, die auch für niedrige Außentemperaturen ausreicht. Bei 10°C und 85%iger AS sind das etwa 30x30= 900cm².
Wer das nicht glaubt, braucht nur stündlich 1 ml Wasser oder Ameisensäure auf ein Papierküchentuch zu geben und dann bei verschiedenen Temperaturen und unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit die Größe des nassen Fleckes zu dokumentieren. Danach kann er sich wahrscheinlich gut vorstellen, wie weit man mit einer bestimmten Verdunstungsfläche abseits vom Brutnest kommt und warum ein
Verdunster eine Milbenabtötung von 10-90% erreicht und ein anderer 90-100%, warum ein Verdunster selbst mit 85%iger AS schon im August und September Probleme bekommen kann und ein anderer erst im November.

Wem der Arbeitsaufwand für das laufende Dosieren zu hoch erscheint, kann das auch dem von mir entwickelten AS-Verdunsters „Nassenheider horizontal“ übertragen. Der macht es ganz alleine.

Überwachung des Milbenbefalls unter Gazerahmen halte ich für äußerst wichtig und meine, dass wir uns das Imkern im „Blindflug“ nicht leisten können. In dem Zusammenhang muss wohl daran erinnert werden, dass es unzulässig ist, Medikamente vorbeugend oder auf Verdacht einzusetzen, sondern nur bei Bedarf. Es führt also eigentlich kein Weg an der Überwachung des Parasitenbefalls vorbei.

Nur so ist es möglich, eine gefährliche Entwicklung rechtzeitig zu erkennen und ohne Verschwendung von Zeit und Medikamenten gegen zu steuern. Wie will man außerdem im Streit um die oft nur schwer nachweisbaren Umweltgifte belegen, dass man selber alles getan hat.

Als Richtwerte gelten für mich als Standimker im Berliner Raum:

Die 1.AS-Behandlung nach der Schleuderung nur, sobald mehr als 2-3 Milben pro Tag oder 15-20
pro Woche gezählt werden, ansonsten etwa am 15.8.

Die 2. AS-Behandlung nach der Einfütterung um den 15.9. Sie kann mit Rücksicht auf die „Restentmilbung im Oktober“ bei weniger als 3-4 Milben pro Tag oder 20-25 pro Woche entfallen.

Die 3. AS-Behandlung, die „Restentmilbung“ Anfang bis Mitte Oktober auf jeden Fall.
Aus mehreren Gründen bevorzuge ich Langzeitbehandlungen von 10-14 Tagen.
Die Zeitangaben basieren auf persönlichen Erfahrungen im Berliner Raum.
Die effektive Milbenbekämpfung ist aber nicht alles. Deshalb sollte nicht übersehen werden, dass der Klimawandel in vollem Gange ist und wohl trotz aller Mahnungen erst gestoppt wird, wenn die letzte Ölquelle versiegt ist. Das erfordert meines Erachtens ein Reagieren bei der Betriebsweise. Dauert der
Sommer und damit die Brutphase länger, dann sind die Weisel eher erschöpft, wird ihre jährliche Erneuerung wichtiger. Dann muss die Reizfütterung nach der letzten Schleuderung ausgedehnt und die Winterfütterung hinausgeschoben werden.

Das Warten auf die brutfreie Winterkugel dürfte damit
auch mehr und mehr zur trügerischen Hoffnung werden.
Ich würde mich freuen, wenn diese Zeilen und die anschließende Übersicht dem einen oder anderen
Imker eine Anregung oder Hilfestellung zur Lösung seiner Probleme bietet.

Bruno Becker
-1-
Varroa-Bekämpfung im Jahresablauf Empfehlungen zur Betriebsweise
Januar Nichts *
Fluglochkontrolle, besonders nach
Schneefall, ansonsten die
Winterruhe der Bienen achten

Februar Nichts *
Kurz vor erwartetem Reinigungsflug
die toten Bienen mit Gemüllkrücke
heraus holen, die Bienen können
immer nur eine schleppen und
erfrieren dabei oft am Boden

März 2x Milben zählen, zur Sicherheit,
praktisch nicht erforderlich
Futterkontrolle, bei Magazinen am
einfachsten mit Zugwaage. Etwa ab
1. April steigt der Verbrauch stark
an. Davor kann eigentlich auch nach
sparsamer Einfütterung kein Volk
verhungern

April Nichts *
Baurahmen nicht ins sondern ans
Brutnest. Die Bienen sollen erst
Drohnen aufziehen, wenn sie es
selber wollen. Im zeitigen Frühjahr
sind Arbeitsbienen wichtiger. **

Mai Nichts *
Imkern wie vor der Milbenzeit.
Rechtzeitig erweitern, im Zweifelsfall
lieber früher als später

Juni Nichts *
Imkern wie vor der Milbenzeit.
Jährliche Weiselerneuerung nicht
unterschätzen

Juli Etwa ab 20. Juli 2x Milben zählen, nach
der Restentmilbung im Oktober dürften
es weniger als 1-2 pro Tag sein
Entnahme der letzten Honigwabe
und erste Reizfuttergabe möglichst
ein Arbeitsgang, Brutnest nicht durch
zu zeitiges Winterfutter einengen.

August 1. Behandlung mit 60%iger AS
mit Nassenheider horizontal, den
Zeitpunkt bestimmt der Gazerahmen.
Etwa wöchentlich Milben zählen,
Reizfuttergaben fortsetzen. Die
Königin interessiert sich nicht für den
Vorrat, sondern dafür, ob laufend
was dazu kommt.

September 2.Behandlung mit 60%iger AS
mit Nassenheider horizontal;
etwa wöchentlich Milben zählen,
Futterbedarf mit Zugwaage ermitteln,
nicht vor Anfang September
einfüttern, ballaststoffreiche
Spättrachten sollten überdeckt oder
verdünnt werden.

Oktober Restentmilbung mit 85%iger AS
mit Nassenheider horizontal;
etwa wöchentlich Milben zählen.
Niedrige Fluglöcher verstopfen
leicht, Mäusesperren aus ca. 3mm
dicken waagerechten Stangen
schützen besser.

November 3x Milben zählen
Gelegentliche Fluglochkontrollen
ansonsten Winterruhe achten

Dezember Nichts *
Gelegentliche Fluglochkontrollen
ansonsten Winterruhe achten

* Nach der empfohlenen Restentmilbung im Oktober dürfte man selbst zu der Erkenntnis
kommen, dass es von Anfang November bis Ende Juli praktisch nichts gegen die Parasiten zu tun gibt.
** Baurahmen ins Brutnest sind aus meiner Sicht etwas für Leute, die im Herbst etwas versäumt haben.
Vor der Stachelbeerblüte wird bei mir kein unauffälliges Volk geöffnet.
Mehr interessante Informationen über die Bienenhaltung finden
Sie unter: www.bienen-becker.de

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