Wissenswertes und Lehrreiches
Informationen rund um die Bienenzucht und Imkerei
Hagen/Breckerfeld. (NO, 27.08.08) „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“ - Dieses Zitat wird Albert Einstein zugeschrieben. Tatsache ist: Viele Nahrungspflanzen des Menschen sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Um so bedrohlicher ist das massenweise Sterben von Bienenvölkern.
Neben Krankheiten werden die nützlichen Insekten von der fortschreitenden Verknappung des Nahrungsangebots bedroht. Ein Problem, mit dem sich auch das Hagener Imkerehepaar Jovita und Ramunas Lange auseinandersetzen musste. Jetzt verlässt das Paar die heimische Region. [lesen Sie mehr...]
Sonntag, 12. April 2009
Sommer

Wann
Sonntag, 12. April 2009
Die Saison ist eröffnet

Die Bienen fliegen, wir sind glücklich ...
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Behandlung mit dem Nassenheider Verdunster von Bruno Becker

Varroa-Bekämpfungskonzept mit Hilfe von Ameisensäure und Empfehlungen zur Betriebsweise
Nach 38-jähriger Erfahrung in der Imkerei und ohne in den letzten 15 Jahren je ein Bienenvolk durch Varroamilben verloren zu haben, möchte ich hiermit mein Arbeitsprogramm vorstellen und es Imkern empfehlen, die über höhere Völkerverluste durch Varroamilben oder für sie unklare Ursachen klagen und aus diesem Teufelskreis heraus möchten.
Entgegen allgemeinen Empfehlungen, dass bei weniger als 1 Milbe pro Tag im Spätherbst keine weiteren Maßnahmen erforderlich seien, orientiere ich auf weniger als 0,1 pro Tag und erreiche es auch sicher. Allein mit Ameisensäure komme ich problemlos über die Runden und kann dadurch 8 Monate im Jahr praktisch so imkern, als ob es die Parasiten gar nicht gäbe.
Wer das nicht schafft, möge sich überlegen, woran das wohl liegen könnte. Ameisensäure verdunstet bei 30°C etwa 15x so schnell wie bei 10°C. Hinzu kommt noch der hohe Einfluss der Luftfeuchtigkeit.
Das kann man nur in den Griff bekommen, wenn ein Gerät mit fester oder nur geringfügig variabler Verdunstungsfläche in der Nähe der Brutwaben steht, weil die Bienen dort immer für gleiche Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgen. Allerdings klappt das nur etwa bis Ende September.
Weiter entfernt davon, z.B. darüber oder am Fenster, brauchen wir ähnlich wie beim Tropf am Krankenbett eine von der Witterung unabhängige Dosierung mit einer Verdunstungsfläche, die auch für niedrige Außentemperaturen ausreicht. Bei 10°C und 85%iger AS sind das etwa 30x30= 900cm².
Wer das nicht glaubt, braucht nur stündlich 1 ml Wasser oder Ameisensäure auf ein Papierküchentuch zu geben und dann bei verschiedenen Temperaturen und unterschiedlicher Luftfeuchtigkeit die Größe des nassen Fleckes zu dokumentieren. Danach kann er sich wahrscheinlich gut vorstellen, wie weit man mit einer bestimmten Verdunstungsfläche abseits vom Brutnest kommt und warum ein
Verdunster eine Milbenabtötung von 10-90% erreicht und ein anderer 90-100%, warum ein Verdunster selbst mit 85%iger AS schon im August und September Probleme bekommen kann und ein anderer erst im November.
Wem der Arbeitsaufwand für das laufende Dosieren zu hoch erscheint, kann das auch dem von mir entwickelten AS-Verdunsters „Nassenheider horizontal“ übertragen. Der macht es ganz alleine.
Überwachung des Milbenbefalls unter Gazerahmen halte ich für äußerst wichtig und meine, dass wir uns das Imkern im „Blindflug“ nicht leisten können. In dem Zusammenhang muss wohl daran erinnert werden, dass es unzulässig ist, Medikamente vorbeugend oder auf Verdacht einzusetzen, sondern nur bei Bedarf. Es führt also eigentlich kein Weg an der Überwachung des Parasitenbefalls vorbei.
Nur so ist es möglich, eine gefährliche Entwicklung rechtzeitig zu erkennen und ohne Verschwendung von Zeit und Medikamenten gegen zu steuern. Wie will man außerdem im Streit um die oft nur schwer nachweisbaren Umweltgifte belegen, dass man selber alles getan hat.
Als Richtwerte gelten für mich als Standimker im Berliner Raum:
Die 1.AS-Behandlung nach der Schleuderung nur, sobald mehr als 2-3 Milben pro Tag oder 15-20
pro Woche gezählt werden, ansonsten etwa am 15.8.
Die 2. AS-Behandlung nach der Einfütterung um den 15.9. Sie kann mit Rücksicht auf die „Restentmilbung im Oktober“ bei weniger als 3-4 Milben pro Tag oder 20-25 pro Woche entfallen.
Die 3. AS-Behandlung, die „Restentmilbung“ Anfang bis Mitte Oktober auf jeden Fall.
Aus mehreren Gründen bevorzuge ich Langzeitbehandlungen von 10-14 Tagen.
Die Zeitangaben basieren auf persönlichen Erfahrungen im Berliner Raum.
Die effektive Milbenbekämpfung ist aber nicht alles. Deshalb sollte nicht übersehen werden, dass der Klimawandel in vollem Gange ist und wohl trotz aller Mahnungen erst gestoppt wird, wenn die letzte Ölquelle versiegt ist. Das erfordert meines Erachtens ein Reagieren bei der Betriebsweise. Dauert der
Sommer und damit die Brutphase länger, dann sind die Weisel eher erschöpft, wird ihre jährliche Erneuerung wichtiger. Dann muss die Reizfütterung nach der letzten Schleuderung ausgedehnt und die Winterfütterung hinausgeschoben werden.
Das Warten auf die brutfreie Winterkugel dürfte damit
auch mehr und mehr zur trügerischen Hoffnung werden.
Ich würde mich freuen, wenn diese Zeilen und die anschließende Übersicht dem einen oder anderen
Imker eine Anregung oder Hilfestellung zur Lösung seiner Probleme bietet.
Bruno Becker
-1-
Varroa-Bekämpfung im Jahresablauf Empfehlungen zur Betriebsweise
Januar Nichts *
Fluglochkontrolle, besonders nach
Schneefall, ansonsten die
Winterruhe der Bienen achten
Februar Nichts *
Kurz vor erwartetem Reinigungsflug
die toten Bienen mit Gemüllkrücke
heraus holen, die Bienen können
immer nur eine schleppen und
erfrieren dabei oft am Boden
März 2x Milben zählen, zur Sicherheit,
praktisch nicht erforderlich
Futterkontrolle, bei Magazinen am
einfachsten mit Zugwaage. Etwa ab
1. April steigt der Verbrauch stark
an. Davor kann eigentlich auch nach
sparsamer Einfütterung kein Volk
verhungern
April Nichts *
Baurahmen nicht ins sondern ans
Brutnest. Die Bienen sollen erst
Drohnen aufziehen, wenn sie es
selber wollen. Im zeitigen Frühjahr
sind Arbeitsbienen wichtiger. **
Mai Nichts *
Imkern wie vor der Milbenzeit.
Rechtzeitig erweitern, im Zweifelsfall
lieber früher als später
Juni Nichts *
Imkern wie vor der Milbenzeit.
Jährliche Weiselerneuerung nicht
unterschätzen
Juli Etwa ab 20. Juli 2x Milben zählen, nach
der Restentmilbung im Oktober dürften
es weniger als 1-2 pro Tag sein
Entnahme der letzten Honigwabe
und erste Reizfuttergabe möglichst
ein Arbeitsgang, Brutnest nicht durch
zu zeitiges Winterfutter einengen.
August 1. Behandlung mit 60%iger AS
mit Nassenheider horizontal, den
Zeitpunkt bestimmt der Gazerahmen.
Etwa wöchentlich Milben zählen,
Reizfuttergaben fortsetzen. Die
Königin interessiert sich nicht für den
Vorrat, sondern dafür, ob laufend
was dazu kommt.
September 2.Behandlung mit 60%iger AS
mit Nassenheider horizontal;
etwa wöchentlich Milben zählen,
Futterbedarf mit Zugwaage ermitteln,
nicht vor Anfang September
einfüttern, ballaststoffreiche
Spättrachten sollten überdeckt oder
verdünnt werden.
Oktober Restentmilbung mit 85%iger AS
mit Nassenheider horizontal;
etwa wöchentlich Milben zählen.
Niedrige Fluglöcher verstopfen
leicht, Mäusesperren aus ca. 3mm
dicken waagerechten Stangen
schützen besser.
November 3x Milben zählen
Gelegentliche Fluglochkontrollen
ansonsten Winterruhe achten
Dezember Nichts *
Gelegentliche Fluglochkontrollen
ansonsten Winterruhe achten
* Nach der empfohlenen Restentmilbung im Oktober dürfte man selbst zu der Erkenntnis
kommen, dass es von Anfang November bis Ende Juli praktisch nichts gegen die Parasiten zu tun gibt.
** Baurahmen ins Brutnest sind aus meiner Sicht etwas für Leute, die im Herbst etwas versäumt haben.
Vor der Stachelbeerblüte wird bei mir kein unauffälliges Volk geöffnet.
Mehr interessante Informationen über die Bienenhaltung finden
Sie unter: www.bienen-becker.de
Samstag, 12. April 2008
Einwinterung auf neuen Waben im offenen Kunstschwarmverfahren von Anton Rosenkranz

Einwinterung auf neuen Waben im offenen Kunstschwarmverfahren
Allgemeines:
Aus guten Gründen wird der Wabenhygiene in letzter Zeit eine immer größere Bedeutung zugemessen. Mit nachstehender Methode ist es möglich, den gesamten Wabenbau eines Volkes jährlich auszutauschen.
Das jährliche Erneuern der Waben im Brutraum dient hauptsächlich der Gesundheit der Bienen, während die jährliche Erneuerung der Honigwaben für die Sauberkeit des Honigs sehr wichtig ist.
Wenn diese Ziele im Laufe der Hauptsaison nicht oder nicht zufrieden stellend erreicht sind, bietet sich mit der letzten Honigernte, Mitte bis Ende Juli, die letzte Möglichkeit, die Brutraumwaben durch die so genannte Einwinterung mit Hilfe des offenen Kunstschwarmverfahren (OKS) zu erneuern.
Gleichzeitig kann eine chemische Varroabekämpfung mit Oxalsäure oder mit Perizin ohne jegliche Kontaminierung der Waben wirkungsvoll durchgeführt werden.
Im DBJ haben Robert Henne und Guido Eich dieses Verfahren vor Jahren beschrieben. Eigene Empfehlungen glaube ich, aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten 15 Jahren, hinzufügen zu dürfen.
Beginnen sollte man mit dieser Maßnahme, wie bereits angedeutet, mit der letzten Honigernte, Mitte bis spätestens Ende Juli.
1.)Vor der Entnahme der Honigwaben wird das gesamte Volk beiseite gestellt und zunächst die Königin herausgesucht und gekäfigt
2.)Auf seinen Platz kommt ein neuer, gereinigter Unterboden mit einer leeren Zarge.
In diese wird die alte Königin oder eine neue Fremdkönigin gehängt. Auf den Boden sollte man einen kleinen, flach gedrückten Klumpen Futterteig legen.
Die Zarge wird mit einem Brett zu ¾ abgedeckt.
3.)Jetzt werden alle Bienen der brutfreien Waben in diese hinein gefegt. Dabei sollten 2 kg zusammenkommen. Reichen die Bienen des Honigraumes nicht, können auch Bienen des Brutraumes dazu genommen werden. Zu diesem Zweck können auch schwächere Völker aufgelöst werden.
4.)Abends kann die Varroabekämpfung durchgeführt werden; dazu werden die nun am Deckelbrett aufgehängten Bienen in die Zarge gestaucht; vorher wird die Königin beiseite gelegt, und sofort wird das Mittel zügig auf die Bienenmasse geträufelt und der Deckel wird wieder aufgelegt.
5.)Am nächsten Tag wird eine gereinigte Zarge mit frischen Waben aufgesetzt. Die vorgenannten Autoren schreiben hierbei die Verwendung von Mittelwänden vor. Das Wabenmaterial kann aber auch aus einmal bebrüteten, oder nicht bebrüteten, noch honigfeuchten Honigwaben bestehen.
Zu beachten ist, dass man das Wabenmaterial nicht mischen
darf.
Eigene Versuche mit Leerrähmchen mit Anfangsstreifen sind dabei auch zufrieden stellend ausgefallen. 2007 baute dieser OKS binnen 24 Tagen 14 Rähmchen aus und füllte sie mit 10 kg Futter und ca. 15.000 Zellen mit Brut.
5 Waben waren sauber mit Arbeiterbrutzellen ausgebaut Die anderen wiesen mehr oder weniger Drohnenbrutzellen auf.
Die Königin wird zwischen die neuen Waben gehängt. Am nächsten Abend haben sich die Bienen nach oben gezogen; es hängen allerdings noch lange Bienenbärte herunter.
Um die untere Zarge zu entfernen, ist die Hilfe einer zweiten Person zu empfehlen.
Die obere Zarge mit den Bienen wird so hoch angehoben, dass die Bienenbärte nicht abreißen. Dabei wird die untere Zarge entfernt und die obere Zarge auf den Beutenboden abgesetzt.
Auch diese Arbeit muss mit einer gewissen Zügigkeit abgewickelt werden.
Von nun an muss mit der Einfütterung begonnen werden; der Futterstrom darf nicht abreißen bis alle Waben ausgebaut sind und ein ausreichender Futtervorrat angelegt ist. Dabei ist darauf zu achten, dass Platz für ein neues Brutnest bleibt.
Wenn man nach 10 Tagen nachschaut, wird man feststellen, dass alle Mittelwände, bzw. die meisten Leerrähmchen ausgebaut sind, und bereits ein großes Brutnest angelegt ist. Im Allgemeinen sind auch wieder gute Pollenvorräte angelegt.
Aber nun zurück zur Verarbeitung der Brutwaben. Die Brutwaben mit aufsitzenden Bienen werden von je 3 - 4 Völkern in einer so genannten Brutscheune zusammengefasst. D.h., auf einem eigenen Unterboden werden die Brutraumzargen mit Brutwaben und Bienen, Futter- und Pollenwaben übereinander gesetzt, und bekommen einen neuen Standplatz.
Nach 21 Tagen ist durch die ausgelaufene Brut eine gewaltige Menge an Jungbienen entstanden; aus einer Nachschaffungszelle ist eine junge Königin geschlüpft, und unter günstigen Umständen bereits in Eilage. Besser ist es, diesem Scheunenvolk nach 9 Tagen alle Nachschaffungszellen auszubrechen und eine begattete Königin unter Absperrung zuzusetzen.
Jetzt geht das Spiel wieder von neuem los. Die Zargen der Scheune werden beiseite gesetzt. An ihren Platz kommt eine leere Zarge. (wegen der großen Bienenmasse am besten gleich zwei). Auf den Boden wird wieder ein kleiner Klumpen Futterteig gelegt; die Zarge wird zu ¾ mit einem Brett abgedeckt. Und nun werden alle Bienen der Scheune hineingefegt. Ein Heraussuchen der neuen Königin ist, wenn sie nicht abgesperrt war, schier unmöglich, und auch nicht unbedingt nötig.
Abends wird wieder, wie oben beschrieben, die Varroabehandlung durchgeführt und am nächsten Abend eine Zarge mit entweder Mittelwänden oder neuen Honigwaben, oder Leerrähmchen aufgesetzt. An einem der nächsten Abende werden die leeren unteren Zargen mithilfe einer zweiten Person weggenommen.
Jetzt muss wieder kräftig gefüttert werden. Aber bitte Augenmaß halten, damit Platz zur Anlage eines großen Brutnestes bleibt. Alle Bienen, die hierbei erbrütet werden, sind zwangsläufig Winterbienen. Ende September kann man entscheiden, was man mit diesem neuen Volk machen will. Falls man die vorgesehene Völkerzahl bereits erreicht hat, kann man diese jungen, gesunden Bienen zur Verstärkung anderer Völker benutzen; ansonsten aber auch als eigenständiges Volk durch den Winter bringen.
Zusammenfassung:
Mit Ablauf der Bienensaison wird noch einmal die gewaltige Naturkraft der Bienen ausgenutzt. Es entsteht ein neuer, sauberer Wabenbau (auch von hohem ästhetischem Wert) und eine große Masse gesunder Winterbienen, die nur nach einer eventuellen Reinfektion einer weiteren Varroabehandlung bedürfen.
Donnerstag, 13. März 2008
Beilage zu unserem Zuchtbericht 2007

Von Züchter zu Züchter ...
Kein Fußballspieler (und spielt er nur au einem "Bolz"platz hinter dem Haus)
würde als Arbeitsgerät einen Luftballon nehmen oder die Sportschuhe gegen
Sandalen eintauschen, nur, um Geld zu sparen - nicht, weil er Geld verschwenden
möchte, sondern weil er weis, dass so kein Fußball gespielt wird.
Warum sind wir Imker also bereit - bei dem Versuch, unser Geld zusammen zu halten - die abenteuerlichsten Hilfsmittel zu konstruieren, um den Bien zu bearbeiten?
Meistens ist es unser Imkervater, der uns diese Dinge beigebracht hat, andere aber sind leider selbst erdacht.
Erst kürzlich las ich in einer Imkerzeitschrift von einer Wissenschaftlerin, die die Monatshinweise schreibt, dass sie ihre Rähmchen in der Spülmaschine reinigt; auch sonst hatte sie viele "Kniffe, Tipps & Tricks" parat, um die Imkerei ... bezahlbar zu machen.
Schon durch den Kauf einer von uns selektierten Königin haben Sie sich als
anders erwiesen, beteiligen Sie sich doch schon alleine hierdurch a k t i v an der Zucht.
Wir möchten uns an dieser Stelle für Ihr Engagement und dafür, dass Sie so viel anders sind als die anderen Imkerkollegen, bedanken.
Wären alle so wie Sie, könnten wir uns so manch eine Belegstelle in Deutschland sparen.
Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Zucht!


