über uns
Das Imkern liegt uns im Blut.
Bereits meine Großeltern waren in die Bienen verliebt und so ist es sicherlich nicht sehr verwunderlich, dass auch mich diese Leidenschaft gepackt und bis heute nicht mehr losgelassen hat.
Nach meinem Studium der Agrarwissenschaften in Kaunas (Litauen) 1992 mit Abschluss als Dipl. Ing. Agr., spezialisierte ich mich in vier weiteren Semestern im Fachbereich Bienenhaltung auf meinen späteren Beruf und schloss das Studium mit dem akademischen Grad Magister bei Professor Straigis ab.
Oft werde ich gefragt, was ein Magister sei - ist dies so etwas wie ein Imkermeister? Nun, beides ist nicht miteinander vergleichbar, handelt es sich doch bei einer Meistererlangung um eine Prüfung vor einer Handelskammer mit dem anschließenden Recht, einen Betrieb zu führen und Auszubildende in seinem Fachbereich zu unterweisen, der Magister ist wie bereits oben beschrieben ein akademischer Grad und wird erlangt durch eine Prüfung vor einer Kommission, die eine akademische Fakultät stellt mit dem anschließenden Recht, an einer Universität in seinem Fachbereich Studenten zu unterrichten.
Was hierbei besser ist, mag ich an dieser Stelle nicht zu beurteilen, doch eines dürfte gewiss sein: Ein Imkermeister ist wenig meisterlich ohne wissenschaftlichem Hintergrund - genauso wenig wie der Magister ohne praktischer Erfahrung...
Studium begleitende Praktika absolvierte ich in zwei Berufsimkereien in Deutschland (in Schleswig Holstein und in Bayern) und in einer Berufsimkerei in Luxemburg.
Wir, dass sind mein Mann Ramunas, mein Schwager Arunas und ich, betreuen im Jahresdurchschnitt 150 Bienenvölker; in den Monaten Mai bis September sind darüber hinaus 350 Begattungseinheiten im Einsatz.
In unserer Imkerei kommen sowohl die Buckfastbiene wie auch die Carnicabiene zum Einsatz, wobei wir bei der Buckfast ein reiner Zuchtbetrieb mit eigenen Linien sind.
Um die Zuchtergebnisse nicht zu gefährden, arbeiten wir in der Carnicazucht lediglich als Vermehrungsbetrieb (in Kooperation mit Österreich).
Auf die Buckfastbiene sind wir durch einen reinen Zufall gekommen, waren doch meine ersten Berührungspunkte in Deutschland ganz andere.
Bei meinem ersten Praktikum in Schleswig Holstein ging ich derart in der Carnicazucht auf, dass ich noch in meiner Diplomarbeit zum Magister geschrieben habe, dass die Zukunft der europäischen Imkerei die Carnica ist.
Meine alte Arbeitgeberin betreute damals 220 Wirtschaftsvölker und eine eigene Inselbelegstelle.
Meine anschließenden imkerischen Einblicke in Bayern bestärkten meinen Eindruck. In dieser Großimkerei wurden im Jahresdurchschnitt 500 Wirtschafts-völker der Zuchtrichtung Carnica Sklenar betreut. Neben der Königinnenvermehrung wurden bundesweit verschiedene Trachten angewandert.
In beiden Imkereien hatte ich großen Spaß an der Arbeit, fügten sich meine praktischen Eindrücke doch lückenlos in meine wissenschaftlichen Arbeiten und Erfahrungen ein.
Erst als ich eine Saison in Luxemburg absolviert hatte, änderte sich meine Einstellung zur Imkerei vollständig. Obwohl mein Arbeitgeber damals berufstätig gewesen ist, gelang es ihm, neben der Arbeit 300 Wirtschaftsvölker und rund 400 Begattungseinheiten (Zuchtrichtung Buckfast) erfolgreich zu bewirtschaften. Dass bei dieser Konstellation typische Arbeiten wie Schwarmkontrolle allein schon zeitmäßig nicht möglich gewesen sind, muss an dieser Stelle nicht erst ausdrücklich erwähnt werden.
Besonders war ich anfangs über den Umstand irritiert, dass mir keine Schutzkleidung wie Schleier oder Imkerblouson zur Verfügung gestellt wurden. Nicht, um mich zu beunruhigen, wie mir versichert wurde, sondern aus dem Umstand, dass solche Arbeitskleidung nicht im Repertoire dieser luxemburgischen Imkerei stünde!
Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich meinen Mann telefonisch bat, mir (für den Fall der Fälle) heimlich diese Utensilien nach Luxemburg zu bringen.
Benötigt habe ich sie allerdings nicht ... Die täglichen Bienenstiche konnte ich an einer Hand abzählen.
Wie angenehm war es doch, im Hochsommer bei 32 Grad Celsius in kurzer Hose und T-Shirt den Bien zu bearbeiten, ohne völlig zerstochen abends Kühlung suchen zu müssen. Die Arbeiten dort gefielen mir so gut, dass ich insgesamt drei Sommer in dieser Berufsimkerei mitgearbeitet und gelernt habe.
Als ich dann wieder nach Hause fuhr, hatte ich 19 Wirtschaftsvölker mit begatteten Buckfastköniginnen im Gepäck. Mein Arbeitgeber hatte sie mir zu einem Freundschaftspreis überlassen.
Soviel zu dem Beginn meiner Buckfastliebe, die schnell auf unsere ganze Familie umgeschlagen ist.
Nicht jeder Imker (und auch nicht jeder Wissenschaftler), der so vehement gegen die Buckfastzucht schreibt und spricht, kann auf ähnliche Vergleichsmöglichkeiten in Berufsimkereien zurückschauen.



